Die Ceconomy AG, die Muttergesellschaft von MediaMarktSaturn, wird sein bereinigtes Ebit im Geschäftsjahr 2025/26 auf 500 Mio. Euro steigern. Das bedeute im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022/23 einer Verdoppelung, heißt es in einer Pressemitteilung. Nahezu alle Wachstumsfelder hätten ihre Ziele übertroffen. Bis zum Geschäftsjahr 2028/29 will Ceconomy das bereinigte Ergebnis um weitere 60 Prozent auf 800 Mio. Euro steigern und gleichzeitig durch „Moments of Trust“ die vertrauenswürdigste Tech-Plattform Europas werden. Der Nettoumsatz soll bis dahin auf rund 24 Mrd. Euro wachsen, was einer durchschnittlichen Steigerung von 1,3 Prozent pro Jahr entspricht. Der Free Cashflow soll auf rund 300 Mio. Euro zulegen, die jährlichen Investitionen in technologische und logistische Fähigkeiten auf 350 Mio. Euro.
Vertrauen sei schon immer fest in der DNA von MediaMarktSaturn verankert, betonte das Untenehmen. Neu sei, dass es nun konsequent zum strategischen Steuerungsprinzip und Wachstumstreiber des gesamten Geschäftsmodells werde. Ceconomy hat sich nach eigener Einschätzung von einem klassischen Einzelhändler zur Omnichannel-Service-Plattform gewandelt, die den Kunden konsequent ins Zentrum stellt und Services sowie Lösungen entlang der kompletten Produktzyklen anbietet. Mehr als 40 Prozent des Bruttoertrags werden heute außerhalb des Kerngeschäfts Handel erwirtschaftet.
Die wirtschaftliche Logik dahinter: Kunden, die MediaMarktSaturn vertrauen, würden die Plattform häufiger nutzen, mehr Produkte kaufen, mehr Services nutzen und seien deutlich zufriedener, erklärte Ceconomy.
Die Wachstumsfelder von MediaMarktSaturn sollen gemeinsam bis zum Geschäftsjahr 2028/29 mehr als 50 Prozent des Bruttoertrags der Gruppe generieren; heute sind es bereits 44 Prozent. So ist der Bruttoertrag des Services & Solutions-Geschäfts in den letzten drei Jahren um 300 Mio. Euro gewachsen und soll im Geschäftsjahr 2025/26 ein Volumen von 1,4 Mrd. Euro und in der Periode 2028/29 auf 1,65 Mrd. Euro steigen. Auch der Marketplace wächst – und zwar von 140 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2022/23 auf 800 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2025/26. Für das Geschäftsjahr 2028/29 ist ein Wert von 1,9 Mrd. geplant, der durch den Rollout in weiteren Ländern und den Ausbau des Fulfillment-Angebots für Partner ermöglicht werden soll.
Das Eigenmarkengeschäft soll weiter ausgebaut werden. In den aktiv bespielten Kategorien wie Accessoires oder Kleingeräte liegt der Anteil bereits bei rund 11 Prozent, für das Geschäftsjahr 2028/29 visiert Ceconomy (inklusive Refurbished-Produkte) einen Niveau von 7 Prozent des Gesamtumsatzes an.
Aus dem Space-as-a-Service-Konzept soll ein vollständiges Retail-as-a-Service-Angebot werden: MediaMarktSaturn will seinen Partnern nicht nur Fläche im Markt, sondern auch die zugehörige Logistik, Expertise, Promotoren und datenbasierte Insights anbieten. Dadurch soll der Bruttoertrag bis zum Geschäftsjahr 2028/29 von aktuell 50 Mio. Euro auf 90 Mio. Euro wachsen.
Retail Media übertrifft bereits jetzt die eigenen Erwartungen von Ceconomy erheblich: Der Bruttoertrag werde von 20 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2022/23 auf 150 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2025/26 steigen, erklärte das Unternehmen. Bis zum Geschäftsjahr 2028/29 sollen daraus 230 Mio. Euro werden.
Erreichen will Ceconomy die Profitabilitätssteigerung durch den Fokus auf Wachstumsfelder mit hoher Marge, erwartete Synergien aus der Partnerschaft mit JD.com, die strikte Kostendisziplin bei einer stabilen Kostenquote und ein leicht über dem Markt liegendes Umsatzwachstum. Der Free Cashflow soll vor allem durch die EBIT-Verbesserung und konsequentes Margenwachstum getrieben werden.
Einen besonderen Beitrag zum Wachstum soll die Partnerschaft mit JD.com leisten, die vor kurzem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie rechtlich freigegeben wurde. Das chinesische Handelsunternehmen betreibt selbst mehr als 10.000 eigene Stores und hat nachhaltig in das Omnichannel-Modell investiert. Durch die Partnerschaft erhalte MediaMarktSaturn Zugang zur Omnichannel-Retail-Architektur und Logistikinfrastruktur von JD.com, bleibe aber mit eigenen IT-Systemen, Daten und seiner Kundenarchitektur technologisch vollständig souverän, betonte Ceconomy. Der chinesische Partner habe zudem zugesagt, einen separaten, vollständig unabhängigen europäischen Tech-Stack aufzubauen. Nach investitionskontrollrechtlichen Freigaben in Frankreich, Italien und Deutschland rechnet das Unternehmen weiterhin damit, alle Genehmigungen im zweiten Halbjahr 2026 zu erhalten.












