Editorial: Ein bisschen IFA ist nicht genug

Am 13. Juli wurde offiziell bekannt, dass Samsung in diesem Jahr nicht mit einem IFA-Stand in den Messehallen vertreten ist. Allerdings will ­der koreanische Konzern auf dem Messegelände als Hautsponsor des Creator Hubs präsent bleiben.

Die Entscheidung, die IFA Besucher nicht im City Cube, sondern im ­Humboldt Carré in der Berliner Innenstadt zu empfangen, wurde nicht von Samsung bekanntgegeben, sondern von der IFA. Deren Chef, Leif Lindner, zeigte Haltung, indem er demonstrativ die Bedeutung des Creator Hubs hervorhob und das neue Konzept­ ­seines bislang größten Ausstellers als Verlängerung der IFA in die ­Berliner City verkaufte.

Samsung selbst hat bisher über die brisante Entscheidung kein offizielles Wort verloren. Gut informierten ­Kreisen zufolge hat der Verzicht des Unternehmens auf einen großen IFA-Stand den Hintergrund, dass die Konzernzentrale in Korea den Geldhahn für den Auftritt zugedreht hat. Samsung Europa und Samsung Deutschland sahen sich offensichtlich nicht in der Lage, einen angemessenen Stand auf dem Messegelände zu finanzieren und entschieden sich deshalb für die deutlich günstigere Präsenz im Humboldt-Carré.

Für die IFA ist der Auszug von ­Samsung als Aussteller ein herber Rückschlag, nachdem Leif Lindner und sein Team hart und erfolgreich dafür gearbeitet haben, die Vielfalt der Technologie-Branche auf dem Berliner Messegelände abzubilden. Dass mit Xiaomi ein ­potenter chinesischer Technologiekonzern in diesem Jahr seine IFA-Premiere zelebriert, ist eine geradezu ironische Antwort auf die Samsung-Entscheidung.

In wenigen Wochen wird Samsung wissen, wie viele Fachbesucher den durchaus umständlichen Weg von der Messe ins Humboldt-Carré in Kauf genommen haben. Eines aber sollte jetzt schon feststehen: Das neue ­Arrangement kann nur eine ­Zwischenlösung sein. ­Entweder sieht Samsung die IFA als wichtige ­Plattform für die Technik-Branche – dann gehört das Unternehmen mit einem Stand auf die Messe. Hält man diese aber für entbehrlich, sollte der Konzern ganz wegbleiben. Ein ­bisschen IFA hat weder diese großartige Messe noch die tolle Marke ­Samsung verdient.