Produkte zum Kochen und Leben unter freiem Himmel haben sich in Deutschland zu einem Wachstumsmarkt entwickelt. Dabei ist der traditionelle Holzkohlengrill nur noch eine (meistens preisgünstige) Option, für die es zahlreiche Alternativen und Ergänzungen gibt. So steigt die Nachfrage nach Pizzaöfen, Plancha-Platten und Gasgrills bis zur voll ausgestatteten, individuell konfigurierten wetterfesten Kochlandschaft mit integriertem Outdoor-Kühlschrank.
Dass die Outdoor-Küche für viele Konsumenten heute ein Statussymbol und Lifestyle-Statement ist, spiegelt sich auch in Marktzahlen wider: Weltweit stand das Segment Outdoor Cooking bereits 2020 für ein Umsatzvolumen von knapp acht Milliarden US-Dollar, bis 2034 erwarten Experten einen Anstieg auf knapp elf Milliarden US-Dollar. In der DACH-Region soll der Markt im gleichen Zeitraum von 1,8 auf 2,4 Milliarden US-Dollar (entspricht derzeit 1,55 bzw. 2,06 Mrd. Euro) wachsen.
Nach Einschätzung der GFU Consumer & Home Electronics basiert dieser Trend nicht zuletzt auf einer gesellschaftlichen Verschiebung in der Wahrnehmung des Außenbereichs. Outdoor-Küchen hätten sich von reinen Zubereitungsorten zu dem zentralen, strukturgebenden Bezugspunkt im Garten oder auf der Terrasse entwickelt, heißt es in einer Pressemitteilung. Dabei stehe überwiegend nicht mehr allein die Funktion des Kochens und Essens im Vordergrund, sondern der Ort selbst als sozialer Lebensraum. Mittlerweile zähle die Outdoor-Küche zu einem der wichtigsten Wünsche für den eigenen Außenbereich und werde damit als Element moderner Gartenplanung eingeordnet.
„Garten und Terrasse sind nicht nur Erholungsraum, sondern haben das Potential zum erweiterten Wohnbereich mit vollwertiger technischer Ausstattung“, erklärte GFU-Geschäftsführerin Carine Chardon. „Die Küche emanzipiert sich gerade von den klassischen vier Wänden des Hauses. Dieser Trend ist weit mehr als eine temporäre Modeerscheinung. Für die Home-Electronics-Branche eröffnen sich hierdurch völlig neue, auch hochwertige Segmente. Die Nachfrage nach anspruchsvoller, modularer Technik, die den Witterungsbedingungen trotzt, wird in den kommenden Jahren strukturell steigen. Wir sehen hier erst den Anfang einer vielversprechenden Marktdurchdringung.“
Die Outdoor Living Bewegung habe mit der Corona-Pandemie und dem Rückzug in die eigenen vier Wände begonnen, berichtet die GFU. Auch die aktuelle geopolitische Lage habe dazu beigetragen, dass der Urlaub zu Hause an Bedeutung gewonnen hat. Zudem werde durch steigende Kosten für Urlaubsreisen und ein gestiegenes Klimabewusstsein die Notwendigkeit von Fernreisen vermehrt hinterfragt. Die Folge sei ein wachsender Trend zur „Staycation“, und eine hochwertige Outdoor-Küche werde damit schnell zum „Stück Urlaub zu Hause“. Dazu komme der wachsende Einfluss südeuropäischer Koch- und Esskultur mit geselligem Kochen im Freien, Plancha und Pizzaofen. Verstärkt werde dieser Trend durch eine wachsende Zahl von Beiträgen auf Plattformen wie Instagram, Pinterest und TikTok. Kochsendungen, Food-Blogs und Lifestyle-Magazine ließen das Konzept der Outdoor-Küche auch für eine jüngere und breite Zielgruppe attraktiv und erstrebenswert erscheinen, betont die GFU.











