Mit dem neuen KI-gestützten Haushaltsroboter LG CLOiD will LG Electronics nach eigener Aussage das Zeitalter der „Zero Labor Homes“ einläuten, in denen intelligente Maschinen alltägliche Haushaltsaufgaben übernehmen, um den Zeitaufwand und die körperliche Anstrengung für alltägliche Hausarbeit zu reduzieren. Der smarte Roboter, der auf dem selbstfahrenden AI Home Hub von LG aufbaut und sich in das ThinQ-Ökosystem von LG integrieren lässt, nutzt u. a. KI und bildbasierte Technologie.
Der LG CLOiD, der sich auf Rädern mit autonomer Navigation bewegt, besteht aus einer Kopfeinheit, einem Rumpf, der sich neigen lässt und zwei beweglichen Armen, um Objekte ab Kniehöhe aufzunehmen. Der niedrige Schwerpunkt soll das Kipprisiko reduzieren, falls ein Kind oder Haustier mit dem Roboter in Kontakt kommt. Jeder Arm simuliert die Beweglichkeit seines menschlichen Pendants: Schulter, Ellbogen und Handgelenk ermöglichen Vorwärts-, Rückwärts-, Rotations- und Seitbewegungen; mit fünf unabhängig steuerbaren Fingern ist jede Roboterhand auch für feinmotorische Aufgaben geeignet. So kann der CLOiD verschiedene Gegenstände handhaben und in Küchen, Waschräumen oder Wohnbereichen arbeiten.
Als „Gehirn” von CLOiD fungiert ein Chipsatz, mit dem der Kopf des Roboters zum mobilen AI Home Hub wird. Dazu kommen Display, Lautsprecher, Kameras, verschiedene Sensoren und eine sprachbasierte generative KI. Damit kann der Roboter über gesprochene Sprache und Mimiken mit Menschen kommunizieren sowie die Wohnumgebung und Lebensmuster seiner Nutzer erlernen, um vernetzte Haushaltsgeräte entsprechend zu steuern.
Eine wichtige Grundlage für den LG CLOiD ist die bildbasierte Physische KI-Technologie seines Herstellers: Sie kombiniert ein Vision Language Model (VLM), das Bilder und Videos in ein strukturiertes, sprachbasiertes Verständnis umwandelt, mit Vision-Language-Action (VLA), die visuelle und verbale Eingaben in konkrete Bewegungen übersetzt. Diese KI wurde mit riesigen Datenmengen trainiert, die mehrere zehntausend Stunden Arbeit im Haushalt repräsentieren. CLOiD kann dadurch nach Angaben von LG Geräte erkennen, Nutzerabsichten interpretieren und kontextgerechte Aktionen ausführen, z. B. Türen öffnen oder Objekte bewegen.
Durch die Integration in LGs Smart-Home-Ökosystem mit der AI Home Platform ThinQ und dem Hub ThinQ On lassen sich die Fähigkeiten von CLOiD noch erweitern, denn diese Konnektivität macht es möglich, Aufgaben über verschiedene LG-Geräte hinweg zu koordinieren.
Auf der CES zeigt LG den Roboter in verschiedenen häuslichen Umgebungen: In einem Szenario holt CLOiD Milch aus dem Kühlschrank und legt ein Croissant in den Ofen. Zudem startet der Roboter Waschgänge und faltet die Wäsche nach dem Trocknen zusammen, auch wenn die Bewohner nicht zu Hause sind.
Neben dem Haushaltsroboter stellt LG auf der CES auch die neue Marke Axium vor, die für robotische Aktuatoren für Service- und Haushaltsroboter steht. Aktuatoren dienen als Gelenke eines Roboters. Sie bestehen im Prinzip aus einem Motor für Rotationskraft, einen Antrieb zur Steuerung elektrischer Signale und einem Untersetzungsgetriebe zur Regulierung von Geschwindigkeit und Drehmoment. Aktuatoren, die zu den teuersten Komponenten eines Roboters gehören, gelten als strategische Schlüsseltechnologie im Zeitalter der physischen KI.
LG habe durch sein Hausgeräte-Geschäft eine erstklassige Expertise für Komponenten aufgebaut, welche die Grundlage für entscheidende Wettbewerbsvorteile bei Aktuatoren sei, betont der Technologiekonzern in einer Pressemitteilung. Dabei gehe es darum, leichtes und kompaktes Design mit hoher Effizienz und hohem Drehmoment zu kombinieren. LGs modulare Designtechnologie ermögliche zudem kundenspezifische Fertigung in zahlreichen Varianten, erklärte das Unternehmen. Dabei sei die Herstellung fortschrittlicher Roboter mit Dutzenden verschiedener Aktuatortypen möglich.
In Zukunft will LG weiterhin eigenständige Haushaltsroboter für alltägliche Aufgaben entwickeln und parallel dazu Robotik-Technologien in herkömmliche Haushaltsgeräte integrieren. So sollen Kategorien wie Haushaltsroboter, die z. B. staubsaugen und wischen können, sowie Intelligente Haushaltsgeräte entstehen, zu denen z. B. Kühlschränke gehören können, deren Türen sich automatisch öffnen, wenn sich eine Person nähert.












