expert setzt auf Schwung mit Strategie 2030+

Mit ca. 1.200 expertinnen und experten waren über 80 Prozent der Gesellschafterbetriebe auf der expert-Frühjahrstagung im Rahmen der Koop vertreten. Im Mittelpunkt des Treffens stand die Entscheidung für die expert-Strategie 2030+, mit der sich die Verbundgruppe in den nächsten Jahren in einem herausfordernden Umfeld zukunftsicher aufstellen will. Zwar hat expert in den vergangenen zwei Jahren bereits wirksame Maßnahmen zur Transformation eingeleitet, aber die aktuellen Zahlen zeigen deutlich die Notwendigkeit einer grundlegenden Neuorientierung.

Denn nach dem Umsatzrückgang um 2,2 Prozent im vergangenen Geschäftsjahr ist es in den ersten neun Monaten der aktuellen Berichtsperiode nicht gelungen, den Abwärtstrend aufzuhalten. Vielmehr ging der Umsatz im Handel in der Zeit vom 1. April bis 31. Dezember um 5,1 Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Euro zurück; das bedeutete unter dem Strich einen Gesamtumsatz von 1,583 Milliarden Euro – ein Minus von 4,8 Prozent. Damit blieb die Verbundgruppe nicht nur deutlich hinter den eigenen Zielen zurück, sondern in vielen Fällen auch hinter dem Markt. Für das Gesamtjahr rechnet der expert Vorstand nur noch mit einem Gesamtumsatz von 2.01 Milliarden Euro, das wären nochmals gut fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Allerdings zeigte sich Finanzvorständin Daniela Schreckling auf einer Pressekonferenz zuversichtlich, durch die Effekte der Restrukturierungsmaßnahmen wieder ein leicht positives Ergebnis erreichen zu können.

Im Rahmen der expert-Strategie 2030+ hat der Vorstand vier Handlungsfelder für die kommenden Jahre definiert: Ganz oben steht die Weiterentwicklung der Online-Aktivitäten, denn in diesem Segment hat die Kooperation bei einem E-Commerce Umsatzanteil von zehn Prozent noch einigen Nachholbedarf. Deshalb werden bestimmte Sortimente – zu denen natürlich keine Exklusivprodukte für den Vertrieb im Fachhandel gehören – nicht nur bei ebay und Kaufland, sondern auch auf dem Marktplatz von Otto.de vermarktet. Zusätzlich setzt expert auf die gezielte Qualifizierung der Fachberater, interne Veränderungsprozesse zur Steigerung von Schnelligkeit und Effizienz in der Zentrale sowie auf starke strategische Beziehungen mit den richtigen Industrie- und Dienstleistungspartnern.

„Nur wenn wir diese Schwerpunkte exakt umsetzen, können wir unseren Gesellschaftern eine verlässliche Perspektive geben und gemeinsam wettbewerbsfähig bleiben“, betonte der expert Vorstandsvorsitzende Dr. Stefan Müller.

Nach Ansicht von Vertriebsvorstand Holger Pöppe werden auch Veränderungen wie die Übernahme von MediaMarktSaturn operative Konsequenzen für die Standorte haben: „Die Marktlandschaft verändert sich rasant”, stellte Pöppe fest. „Neue Marken – insbesondere aus China – kommen hinzu und erhöhen den Wettbewerbsdruck. Deshalb investieren wir in unsere Zusammenarbeit mit der Industrie, gestalten attraktive Bedingungen und sorgen so dafür, dass unsere Gesellschafterbetriebe direkt von stabilen, planbaren Rahmenbedingungen profitieren.“

Dazu gehörten klare Leitplanken und eine präzise Sortimentsstrategie, betonte Pöppe: „Die Konzentration auf verlässliche Partner – die richtigen Produkte zum passenden Preis – schafft die Grundlage, um die Standorte langfristig zukunftssicher, wachstumsorientiert und wettbewerbsstark zu entwickeln.“

Für die Außendarstellung zu den Endkunden hat die expert Zentrale ein Bündel von Marketingmaßnahmen geplant. Dabei wollen die Verantwortlichen vor allem die kommende Fußball-WM für regionale Aktionen und gezielte Vertriebsunterstützung nutzen. Als expert Markenbotschafter ist wieder der ehemalige Nationalspieler, Teamchef der deutschen Mannschaft und derzeitige Sportdirektor des DFB, Rudi Völler, mit von der Partie.

Die Kunden zu Fans machen will expert nicht nur durch Marketingmaßnahmen, sondern auch durch praxisnahe Weiterbildungsformate. Die bestehenden Schulungsoffensiven sollen ausgebaut und noch enger mit Industrie- und Dienstleistungspartnern verbunden werden, um veränderten Kundenbedürfnisse, steigenden Beratungsanforderungen und technologischen Entwicklungen Rechnung zu tragen. Zur digitalen Unterstützung am PoS stellt expert den Mitarbeitern einen selbstentwickelten, KI-gestützten Ratgeber zur Verfügung, der sie dabei unterstützt, komplexe Fragen rund um Service-Abwicklung und das Thema „Recht auf Reparatur“ schnell

Auf der expert-Frühjahrstagung wurden auch die Jahresgewinner des internen  expert-Wettbewerb „experten Performance Cup“ geehrt: Platz eins belegte die expert Herfag Elektrotechnik GmbH in Leinefelde, gefolgt von der expert Handels GmbH in Rinteln auf Rang zwei und der expert Handels GmbH in Springe auf Platz drei. „Wir machen Engagement und unternehmerischen Erfolg sichtbar”, erklärte Einzelhandelsvorstand Christoph Komor. „Der Austausch über erfolgreiche Konzepte motiviert und stärkt die gesamte Verbundgruppe. Darüber hinaus sind wir mit den angestoßenen Maßnahmen auf einem guten Weg und sehen bereits klar Fortschritte: In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres konnten wir unsere Google-Bewertung um rund 0,2 Sterne verbessern. Das zeigt, dass unsere Aktivitäten greifen: Wir bauen zielgerichtet die Kundenzufriedenheit aus und steigern gleichzeitig die regionale Sichtbarkeit im digitalen Umfeld.“

Eine Stärkung des Fachhandels erwartet expert von der Kooperation der Kooperationen, die in Hannover durch die Vorstellung eines gemeinsamen Positionspapiers mit Electronics Partner und Wertgarantie Euronics sowie die Ankündigung eines gemeinsamen Messeauftritts der deutschen Verbundgruppen auf der IFA Berlin besonders deutlich wurde. „In einer zunehmend komplexen Marktdynamik braucht es starke Allianzen”,. betonte Komor. „Wenn wir unsere Interessen bündeln, erhöhen wir die Sichtbarkeit des mittelständischen Fachhandels und verschaffen ihm mehr Gewicht.“