Loewe kauft Großteil des Werksgeländes zurück – 25 Millionen Euro Investition

Nach dem erfolgreichen Neustart unter der Regie von Aslan ­Khabliev kauft Loewe einen großen Teil des Werksgeländes in ­Kronach von der Stadt zurück. Dort will das Unternehmen in den kommenden Jahren rund 25 Millionen Euro investieren, um auf dem etwa 62.000 Quadratmeter großen Areal an der Industrie­straße 11 eine neue ­Zentrale mit modernen Büro- und Verwaltungsgebäuden zu­ ­errichten, die Produktionsflächen zu modernisieren sowie Lager- und Logistikkapazitäten zu  erweitern.

Die Pläne wurden von Loewe und der Stadt Kronach auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben, zu deren Beginn CEO Aslan Khabliev eine positive Bilanz der seit der Neugründung der Loewe Technology GmbH Anfang 2020 getroffenen Maßnahmen zog. Obwohl zum Zeitpunkt des Neustarts die Zahl von 100 Mitarbeitern in Kronach angepeilt worden sei, seien inzwischen 200 Menschen dort tätig, erklärte Khabliev. Mit großem Einsatz habe das Team bisher mehr als 20 Produkte neu entwickelt. So sei es gelungen, mit einem deutlich diversifizierten Angebot und der zweiten Marke, We. by Loewe, wieder flächendeckend in Deutschland vertreten zu sein. Auch international wurde die Distribution auf 33 Länder ausgeweitet, und Loewe unterhält eigene Büros in Polen, der Slovakei und Shanghai. „Wir sind zurück, wir sind stark, und wir tun großartige Dinge”, stellte Khabliev fest und fügte hinzu: „Wir sind profitabel.” Um seine internatio­nale Präsenz zu verstärken, will Loewe im Januar 2022 erstmals auf der CES auftreten.

Bekenntnis zum Standort

Mit dem Rückkauf des ehemaligen Loewe Werks­geländes bekennt sich das Traditionsunternehmen nach den Krisen der Vergangenheit ausdrücklich zum Standort Kronach. Der Rückkauf von etwa zwei Dritteln des nach der ersten Insolvenz vor sieben Jahren von der Stadt Kronach übernommenen Werksgeländes sei eine gute Nachricht, erklärte die Erste Bürgermeisterin Angela Hofmann (CSU). Die im August 2020 begonnenen Verhandlungen seien nicht immer einfach gewesen; um so erfreulicher sei es, dass jetzt eine gute Lösung für alle Beteiligten gefunden worden sei.

Die Neugestaltung des Standorts soll in mehreren Bauabschnitten erfolgen. Den Anfang macht der Neubau der Firmenzentrale mit Büro- und Verwaltungsgebäuden auf einer Gesamtfläche von rund 10.000 Quadratmetern. Hier will Loewe den Mitarbeitern in Forschung, Entwicklung, Marketing, Kundenservice, Design und Verwaltung ­moderne, lichtdurchflutete Arbeitsplätze sowie Konferenzräume und Meeting Spaces auf neuestem technischen Stand bieten.

Dazu kommen ein neuer Showroom für die Präsentation aktueller Produkte und Shop-Systeme sowie als besonderes Highlight ein öffentlich zugängliches Loewe ­Museum, in dem die zahllosen Pionierleistungen zum Leben erweckt werden sollen, die mit dem Namen ­Loewe seit 1923 verbunden sind. 

In einem weiteren Bauabschnitt sollen auf 24.000 Quadratmetern moderne Produktionsflächen entstehen, um mit automatisierten Herstellungslinien sicherzustellen, dass auch weiterhin alle Premiumprodukte des Unternehmens das Label „Made in Germany“ tragen können. Zudem sollen auch in Zukunft die Flaggschiff-Produkte von ­speziell geschulten Mitarbeitern in einer Manufaktur von Hand gefertigt werden. 

Im letzten Schritt will Loewe die Lager- und Logistik­kapazitäten auf einer zusätzlichen Fläche von 16.000 Quadratmetern erweitern, um den steigenden Anforderungen eines global agierenden Vertriebsnetzes ­Rechnung zu tragen.

Innovations- und Technologie-­Park

Neben den Gebäuden für die unternehmenseigenen Aktivitäten sieht die Planung von Loewe die Ansiedlung eines Innovationscampus vor, auf dem Start-Ups und Technologieunternehmen ein Zuhause finden sollen. Wie bei Loewe selbst sollen die zukünftigen Mieter und ihre Beschäftigten die Voraussetzungen für offene, agile Arbeitskonzepte finden; auch die Möglichkeit zur Anbindung an die modern ausgestatteten Forschungs- und Entwicklungswerkstätten sowie das Partner- und Vertriebsnetz der Loewe Technology GmbH ist vorgesehen. ­Abgerundet wird das Konzept durch zukünftige Partnerschaften mit dem Lucas-Cranach-Campus, auf dem die Hochschulen Coburg und Hof Studiengänge zu ­Autonomem Fahren, Gesundheitsversorgung und Zukunftsdesign anbieten. 

Die Baumaßnahmen sollen im Sommer 2022 beginnen. Am Ende sollen die Neubauten Platz für bis zu 500 Beschäftigte von Loewe und den im Technologie-­Campus angesiedelten Unternehmen bieten.