Der Kopf der Innenkamera von Bosch Smart Home lässt sich ganz ­einfach versenken, um Privatsphäre zu gewährleisten.

Als ein Team von motivierten Menschen vor zehn Jahren die Arbeit in der neu gegründeten Robert Bosch Smart Home GmbH aufnahm, war die Idee des vernetzten Zuhauses noch eine Zukunfts­vision. Inzwischen hat sich das ehemalige Corporate Startup der Bosch-Gruppe zu einem etablierten Anbieter ganzheitlicher Smart Home Lösungen entwickelt, der durch die intelligente Verbindung von Geräten, Software und Dienstleistungen Millionen von Kundinnen und ­Kunden gewonnen hat. PoS-MAIL hat mit Bosch Smart Home Geschäftsführer Gabriel Wetzel darüber gesprochen, wo er die beson­deren Stärken seines Unternehmens sieht und wie der Fachhandel davon profitieren kann.

PoS-MAIL: Herzlichen Glückwunsch zu zehn Jahren Bosch Smart Home. Damit ist Ihr Unternehmen nach gängiger Definition kein Startup mehr. Wie fühlen Sie sich als ­etablierter Anbieter?

Gabriel Wetzel, Geschäftsführer Bosch Smart Home: „Bosch Smart ­Home steht für Zuverlässigkeit und Sicherheit. Nach 10 Jahren geht es mit ­voller Kraft aufs nächste Level im Nutzererlebnis.“

Gabriel Wetzel: Nicht anders als in den letzten zehn ­Jahren. Denn unser klarer Fokus auf Einfachheit, Verlässlichkeit, Datenschutz und Sicherheit ist nach wie vor der wichtigste Orientierungspunkt für das ganze Team. Wir haben uns von Anfang an darauf konzentriert, keine ­Gadgets zu entwickeln, sondern Innovationen, die ­unseren Kundinnen und Kunden echte Mehrwerte bieten.

PoS-MAIL: In welchen Bereichen sind Sie besonders ­erfolgreich?

Gabriel Wetzel: Von Beginn an haben wir uns vor allem auf die Segmente Energieeffizienz und Sicherheit konzentriert. So machen es unsere smarten Heizungsventile den Nutzerinnen und Nutzern einfach, Räume nur dann zu beheizen, wenn es tatsächlich notwendig ist. Das spart viel Geld und schont die Umwelt.

Unsere smarten Kameras schaffen spürbar mehr Sicherheit, indem sie bei Einbruchsversuchen Alarm auslösen und es ihren Nutzerinnen und Nutzern zudem möglich machen, von unterwegs aus zu sehen, wer gerade an der Tür geklingelt hat. Im vergangenen Jahr haben wir das Leistungsprofil des Bosch Smart Home Alarmsystems deutlich erweitert. Smarte Kameras mit Audio-Analyse können Geräusche wie Glasbruch oder die Signale nicht vernetzter Rauchmelder erkennen. Zudem unterhalten wir im Rahmen­ ­unseres Dienstes Security+ eine professionelle 24/7 Notrufleitstelle, die mit Sicherheitsexpertinnen und -experten besetzt ist. Von dort aus werden Notfall-Kontakte oder bei Bedarf auch Polizei und Feuerwehr alarmiert, wenn ­Nutzerinnen oder Nutzer nicht auf einen Alarm ­reagieren.

PoS-MAIL: Worauf führen Sie den Erfolg Ihrer Produkte ­zurück?

Gabriel Wetzel: Wir konnten von ­Anfang an auf die ­Kompetenzen der Bosch Gruppe zurückgreifen, so dass uns von der Sensorik und der Elektronik bis zu Software und ­Sicherheits-Knowhow stets erst­klassige Techno­logien zur Verfügung standen. Zudem haben wir eine echte Marktlücke geschlossen, denn bei unserer Gründung im Jahr 2016 gab es kaum etablierte Standards und nur wenige wirklich sichere ­Geräte auf dem Markt. Hier haben wir Pionierarbeit geleistet und neue Maßstäbe beim Schutz der Privatsphäre unserer Nutzerinnen und Nutzer gesetzt.

PoS-MAIL: Welche Technologien sind dabei besonders wichtig?

Der Bosch Smart Home Controller II fungiert als Matter Bridge und kann Bosch Geräte nahtlos in ein markenübergreifendes Netzwerk ­integrieren.

Gabriel Wetzel: Ein wichtiger Meilenstein war die Entwicklung unseres eigenen Smart Home Controllers als Herzstück. Diese Komponente sorgt nicht nur für das zuverlässige ­Zusammenspiel aller Geräte und Funktionen innerhalb des Systems, sondern ist auch ein wichtiger Baustein für den Datenschutz und die Datensouveränität der Nutzerinnen und Nutzer. Denn damit können alle sensiblen Daten sicher bei Ihnen zu Hause bleiben. Und wenn wirklich Daten exportiert werden müssen – z. B. für die Nutzung von Sprach­steuerung oder die Bedienung Ihrer Komponenten von unterwegs aus – unterliegt unser System höchsten Sicherheitsstandards.

PoS-MAIL: Geht nicht der Trend zu offenen Systemen, die herstellerübergreifend funktionieren?

Gabriel Wetzel: Das ist richtig, und darauf hat sich Bosch Smart Home eingestellt, indem wir z. B. von Anfang an die Entwicklung des Matter Standards unterstützt haben. Unser Smart Home Controller II fungiert als Matter Bridge und kann Bosch ­Geräte nahtlos in ein universelles, markenübergreifendes Netzwerk ­integrieren – und zwar ohne Kompromisse bei der Sicherheit. 

Diese ­einzigartige Kombination aus System-Integration, offener Plattform-Kompatibilität und konsequentem Datenschutz ist ein echtes ­Alleinstellungsmerkmal unseres Systems.

PoS-MAIL: Wir haben noch gar nicht über Installation und Bedienung ­gesprochen. Sind Smart Home ­Systeme nicht immer noch in erster Linie etwas für technikbegeisterte Menschen?

Gabriel Wetzel: Das ist längst vorbei. Studien des Bitkom zeigen, dass in 50 bis 60 Prozent der Haushalte inzwischen smarte Geräte installiert sind, die miteinander kommunizieren. Darunter sind natürlich auch viele smarte Lautsprecher und ­Audio-Systeme, aber wir sehen an unserem eigenen Geschäftsverlauf, dass die Zielgruppe immer größer wird. Wir haben von Anfang an Wert darauf gelegt, dass man kein ­IT-Experte oder Bastler sein muss, um Bosch Smart Home Geräte zu nutzen. In der App brauchen Sie auch als ungeübter Mensch weniger als eine Minute, um ein Gerät zu ver­binden, und in weniger als einer Stunde haben Sie ein Heiz- oder ­Sicherheitssystem zum Laufen gebracht. Damit sind unsere Produkte für alle Familienmitglieder einfach nutzbar.

PoS-MAIL: Wie sieht es bei Ihnen zu Hause aus? Als CEO von Bosch Smart Home haben Sie Ihren Haushalt doch sicher bestens vernetzt.

Gabriel Wetzel: Ich bin nicht unbedingt der typische ­Nutzer, denn als Ingenieur war ich schon immer begeistert von der Technik. Deshalb oute ich mich als Power-User, der rund 100 smarte Geräte zu Hause hat. Allerdings bin ich auch Ehemann und Familienvater, und deshalb ist mir bestens bewusst, dass ­unsere Produkte auch funktionieren ­müssen, wenn kein Profi im Haus ist.

PoS-MAIL: Gerade im Bereich Smart Home hat der ­Online-Vertrieb einen besonders hohen Marktanteil. ­Welche Rolle spielt der Fachhandel in Ihrem Konzept?

Gabriel Wetzel: Tatsächlich ist im Smart Home Segment der Online-Anteil relativ hoch, und deswegen bespielen wir die einschlägigen Vertriebskanäle intensiv. Allerdings gibt es auch Zielgruppen, die persönliche Beratung und Service brauchen oder sich nicht mit Themen wie ­Installation, Wartung und Anpassung an neue Gegebenheiten beschäftigen möchten. Deshalb unterstützen wir den Fachhandel gerne dabei, seine Kompetenzen ­auszuspielen.

PoS-MAIL: Wie sieht diese Unterstützung konkret aus?

Zum Dienst Security+ von Bosch Smart Home gehört eine professionelle 24/7 Notrufleitstelle, von der aus Notfall-Kontakte oder bei Bedarf auch Polizei und Feuerwehr alarmiert werden, wenn Nutzerinnen oder Nutzer nicht auf einen Alarm reagieren.

Gabriel Wetzel: Wir bieten Schulungen über digitale ­Medien, Video-Webinare und bei Bedarf auch vor Ort an, unterstützen unsere Partner mit Werbekostenzu­schüssen und natürlich mit einschlägigem PoS-Material. Wenn diese Elemente richtig eingesetzt werden, hat der Fachhandel gute Chancen, mit dem Verkauf von Komponenten und der Installation zusätzliche Erträge zu generieren.

PoS-MAIL: Eine Frage zum Schluss: Wie stellen Sie sich die nächsten zehn Jahre von Bosch Smart Home vor? ­Welche Innovationen werden besonders wichtig?

Gabriel Wetzel: Künstliche Intelligenz prägt, wie Sie ­wissen, derzeit die Technik-Welt, und das gilt natürlich auch im Bereich Smart Home. Wir werden deshalb immer mehr selbstlernende Systeme sehen, die sich den ­Gewohnheiten und Prioritäten ihrer Nutzerinnen und ­Nutzer automatisch anpassen. In diesem Zusammenhang wird auch Sprachsteuerung weiter an Bedeutung gewinnen und für zusätzlichen Komfort sorgen. Während wir in den letzten zehn Jahren eher eine schrittweise,­ ­evolutionäre Entwicklung von Smart Home Anwendungen gesehen haben, kann ich mir gut vorstellen, dass ­Künstliche Intelligenz das Tempo deutlich erhöhen und Technologie-Sprünge möglich machen wird. Davon kann nicht nur Bosch Smart Home, sondern auch der Fach­handel profitieren.

PoS-MAIL: Herr Wetzel, wir danken Ihnen für dieses ­Gespräch.