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Branchen-News Meldung:

2. März 2020


Im rückläufigen TV-Markt fielen 2019 die Preise noch schneller als der Absatz.

Home Electronics Markt mit Licht und Schatten

Der Markt für Home-Electronics-Produkte ist im Jahr 2019 um 0,6 Prozent auf ein Umsatzvolumen von 42,6 Milliarden Euro gewachsen. Das ergibt sich aus den Zahlen des offiziellen Home Electronics Market Index’ Hemix, der von der gfu sowie GfK Retail and Technology erhoben und in Kooperation mit dem Bundesverband Technik des Einzelhandels (BVT) für jedes Quartal veröffentlicht wird. Der Verlauf des Jahres 2020 dürfte davon abhängen, wie die Corona-Virus-Krise bewältigt werden kann.


„Der Umsatzzuwachs im Markt für Home Electronics-Produkte ist auf die positive Entwicklung der Produktsegmente privat genutzte IT-Produkte sowie Elektrogroß- und Kleingeräte zurückzuführen, während die klassische Unterhaltungselektronik und die privat genutzten Telekommunikationsprodukte insgesamt rückläufig waren“, erklärte Hans-Joachim Kamp, Vorsitzender des Aufsichtsrats der gfu.
 
Im Segment Consumer Electronics (klassische Unterhaltungselektronik, privat genutzte IT-Produkte und privat genutzte Telekommunikation) war ein Rückgang um 1,5 Prozent auf 27,7 Milliarden Euro zu verzeichnen. Hier entwickelte sich die Sparte der privat genutzten IT-Produkte mit einem Plus von 4,1 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro positiv, während sich bei der klassischen Unterhaltungselektronik steht für 2019 ein Minus von 5,6 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro ergab. Das Segment der privat genutzten Telekommunikation verzeichnete mit knapp 12,1 Milliarden Euro einen Rückgang um 1,4 Prozent.
 
Der Umsatz mit Elektro-Hausgeräten stieg 2019 dagegen 4,7 Prozent auf 14,9 Milliarden Euro. Dabei wuchs die Produktsparte Elektro-Großgeräte nach einem Rückgang im Vorjahr umd 3,2 Prozent auf neun Milliarden Euro, bei den Elektro-Kleingeräten war das Wachstum mit einem Plus von 7,1 Prozent auf knapp 5,9 Milliarden Euro noch deutlicher. Die positive Entwicklung in diesem Segment hält bereits seit mehr als zehn Jahren an.

Smartphones standen zwar wieder für den größten Umsatz im Segment Consumer Electronics, verzeichneten aber ein Minus von 3,5 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro, die Zahl der verkauften Geräte ging um 4,2 Prozent auf 22,1 Millionen Stück zurück. Der Durchschnittspreis stieg auch 2019 und lag mit 492 Euro um 0,7 Porzent höher als im Vorjahr.0,7 %). Wearables setzten 2019 ihr Wachstum fort und erreichten mit einem Plus von 36,5 Prozent einen Absatz von 5,6 Millionen Stück, der Umsatz stieg um rasante 38,1 Prozent auf 940 Millionen Euro.
 
Den größten Umsatzanteil der klassischen Unterhaltungselektronik stellte mit 3,7 Milliarden Euro auch 2019 wieder der TV-Bereich. Der Umsatz weist aber gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang um neun Prozent auf, der Absatz reduzierte sich um 4,7 Prozent auf 6,48 Millionen Stück. Dabei setze sich der Trend zu größeren Bilddiagonalen und gut ausgestatteten Geräten weiter fort. Geräte mit Bildschirmediagonalen von 45 Zoll (94 cm) und mehr stellten mit 2,7 Milliarden Euro einen Umsatzanteil von 73 Prozent. 88 Prozent des Umsatzes entfielen 2019 auf UHD-TV-Geräte, die Stückzahl in diesem Segment stieg um 20 Prozent auf  4,4 Millionen. TV-Geräte mit OLED-Bildschirmen verzeichneten 2019 einen Umsatz von 571 Millionen Euro, 11 Prozent mehr als 2018. Der Absatz stieg in diesem wertschöpfungstarken Segment um 26 Prozent auf 306.000 Stück. Trotz der gestiegenen Nachfrage nach Premium-TVs schrumpfte im TV-Gesamtmarkt der Durchpreis pro Gerät nochmals um 4,6 Prozent auf 572 Euro.

Der Absatz von Digitalkameras war auch 2019 mit einem Rückgang um 12,5 Prozent auf 1,64 Millionen Stück kräftig im Minus; der Umsatz schrumpfte um 8,1 Prozent auf 769 Millionen Euro, weil die Durchschnittspreise mit einem Plus 5,1 Prozent auf 469 Euro ihren positiven Trend fortsetzten. Bei den Wechselobjektiven stand einem leichten Absatzplus von 1,7 Prozent auf 677.000 Einheiten ein Umsatzwachstum um 5,5 Prozent auf 387 Millionen Euro gegenüber, Auch hier legten die Durchschnittspreise zu, und zwar um 3,7  Prozent auf 572 Euro.

Der Bereich Soundbars setze die positive Entwicklung der Vorjahre mit einem Umsatzzuwachs von 12,8 Prozent fort. Bei einem Absatzplus von 13,2 Prozent überschritt mit 1,06 Millionen Einheiten erstmals die Millionengrenze (1,06 Millionen Stück) überschritten. Im Segment Audio-/Video-Zubehör verzeichnete die Branche erneut eine Umsatzsteigerung, die mit 35,5 Prozent deutlich ausfiel und das Volumen auf 1,38 Milliarden Euro beförderte. Dabei erreichten die Kopfhörer mit einer Stückzahl von 14,6 Millionen ein Plus von 15 Prozent, der Umsatz stieg um rekordverdächtige 61,2 Prozent auf 932 Millionen Euro. Dazu trugen vor allem Modelle mit drahtloser Bluetooth-Signalübertragung bei. Der Verkauf von Digitalradiogeräten (DAB+) legte um 6,6 Prozent auf 1,5 Millionen Stück zu; der Umsatz stieg dabei um 0,4 Prozent auf 219 Millionen Euro.

Bei der privat genutzten IT verzeichneten alle drei PC-Sparten 2019 ein Umsatzplus. Der Umsatz mit Tablet-PCs legte trotz eines Absatzrückgangs um 0,3 Prozent auf knapp 4,1 Millionen Stück um 12,2 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu. Knapp vier Millionen verkaufte Notebooks bedeuteten zwar einen leichten Rückgang von 0,4 bei den Stückzahlen, der Umsatz wuchs aber um 2,5 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Desktop-PCs erreichten einen Absatz von einer Million Stück (+ 8,8 Prozent) und einen Umsatz von 824 Millionen Euro (plus 9,2 Prozent)
 
Zu den Aussichten für dieses Jahr gab sich Hans-Joachim Kamp unter dem Vorbehalt der noch nicht absehbaren Folgen der Corona-Krise verhalten optimistisch: „Zum jetzigen Zeitpunkt lassen sich die möglichen Einflüsse des Corona-Virus auf die weltweit vernetzten Lieferketten und damit die Verfügbarkeit von Produkten sowie die Entwicklung der Kaufbereitschaft in Deutschland nicht seriös vorhersagen”, erklärte der Vorsitzende des gfu Aufsichtsrats. „Sobald diese Einwirkungen nicht mehr bestehen, sehen wir für den Home Electronics Markt, wie wir ihn im Hemix abbilden, die Voraussetzungen für eine stabile bis leicht positive Entwicklung auf hohem Niveau aufgrund innovativer Produkte, hoher Anschaffungsbereitschaft der Konsumenten sowie dem Ersatzbedarf für das laufende Jahr als gegeben.“

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