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Branchen-News Meldung:

12. August 2019

Telekom, Telefónica und Vodafone starten Mobile Connect

Mit dem weltweit etablierten, handybasierten Login-Verfahren Mobile Connect wollen die Deutsche Telekom, Telefónica Deutschland und Vodafone Deutschland den Konsumenten eine einfache und geschützte Anmeldung bei Internet-Angeboten auf PCs, Tablets und Mobiltelefonen ermöglichen. Dafür wird lediglich ein Smartphone und die Handynummer benötigt, die Eingabe von Nutzername und Passwort fällt weg. Mobile Connect könnte künftig auch digitale Behördengänge ermöglichen.


Mit Mobile Connect kann die persönliche Handynummer als Nachweis einer eindeutigen digitalen Identität für Anmeldungen in Online-Portalen und Webshops genutzt werden. Damit wollten die drei Netzbetreiber Deutsche Telekom, Telefónica Deutschland und Vodafone Deutschland mehr Konfort bieten und gleichzeitig Datendieben den Kampf an sagen. Das Verfahren kommt ohne Email-Adresse und Passwort aus und soll einen entscheidenden Beitrag zu mehr Sicherheit beim Login leisten.

Bisher erfolgt der Zugang zu Online-Angeboten in der Regel per Nutzername und Passwort, wobei Letzteres besonders häufig ein Sicherheitsrisiko darstellt. Denn viele Konsumenten verwenden einfach zu erratene Passwörter wie beispielsweise ihren Vornamen, „qwertz“ oder „123456“, und wechseln sie viel zu selten. Dadurch werden Zugangsdaten zu einem bevorzugten Ziel für Hacker.

Bei Mobile Connect erfolgt die Identifikation des Kunden beim Login nicht mit einem Passwort, sondern über das Handy. Nach Eingabe der Mobilfunknummer im Internet-Portal wird eine SMS an das Handy des Kunden geschickt. Über den in der Textnachricht integrierten Link bestätigt Nutzer den Erhalt. Dadurch erlaubt er dem Netzbetreiber die verschlüsselte Übermittlung einer „pseudonymisierten Kundenreferenznummer“ an den Portalbetreiber. Im Klartext: Der Netzbetreiber bestätigt dem Portal, dass der Anwender „echt” ist, ohne dessen Mobilfunknummer preiszugeben. So kann der Betreiber den Kunden immer wieder zuordnen und gewährt auch ohne Passwort Zugang zum Onlineshop, sofern dieser von dem zur Nummer gehörenden Mobilgerät auf das Angebot zugreift.

Auch wenn ein Betreiber zunächst an einem passwortbasierten Login festhält, kann die neue Lösung nach Absicht der drei Netzbetreiber die Sicherheit deutlich verbessern, wenn sie als zweiter Faktor (2FA) zusätzlich zum Passwort genutzt wird. Eine solche doppelte Absicherung wird von vielen Fachleuten seit langem gefordert.

Mit der 2017 gegründeten branchenübergreifenden Identitätsplattform Verimi haben die Mobilfunkanbieter einen ersten großen Partner für Mobile Connect in Deutschland gewonnen. Verimi ermöglicht den Kunden ab sofort, sich via  Mobile Connect mit ihrer Mobilfunkrufnummer zu identifizieren.

Die drei Netzbetreiber wollen Mobile Connect schnell als sichere Alternative zu den passwortbasierten Login-Verfahren auf Facebook, Google, Amazon und Co etablieren. Für Anbieter digitaler Inhalte sowie Portal- und Shop-Betreiber habe das Verfahren erhebliche Vorteile, betonen sie in einer Pressemitteilung. Das neue Login-Verfahren bringe Kunden sicher in den Shop und schnell zum Kauf. Als Ergebnis seien höhere Abschlussquoten, mehr Umsatz und ein geringeres Betrugsrisiko zu erwarten. So könnten Banken sowie Anbieter von elektronischen Bezahldiensten, Medien, Unterhaltung, soziale Netzen, Reise oder Logistik von dem Dienst profitieren, der zudem einen sinnvollen Beitrag zur Digitalisierung von Geschäftsprozessen und im Hinblick auf eGovernment leisten könne.

Nach dem Start wollen die drei Netzbetreiber Mobile Connect zügig ausbauen und mit weiteren Authentifizierungsmethoden und neuen Verfahren mehr Bedienkomfort und -geschwindigkeit ermöglichen. Dabei soll das Angebot auch wachsenden Sicherheitsanforderungen angepasst werden. 

Die Deutsche Telekom, Telefónica und Vodafone führen derzeit intensive Gespräche mit deutschen und internationalen Dienste-Anbietern über den Einsatz der neuen Identitätslösung und wollen alle Mobilfunkmarken und virtuellen Netzbetreiber ohne eigenes Netz einladen, den GSMA-Standard Mobile Connect ebenfalls zu unterstützen. Nach Angaben der GSMA haben 70 Netzbetreiber in fast 40 Ländern Mobile Connect bereits eingeführt.

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